An die Wand

Wie es aussehe heute Abend, wollte Walter Serge wissen, er könne auf einen Sprung vorbeikommen, wenn ein gescheiter Schoppen kredenzt würde. Wie damals und damals und seinerzeit auch.

“Sieht schlecht aus, hab zu tun”, sagte Baptiste und dachte: “Freibiersackgesicht. Chateau, Domaine, scheißegal: Lieber schütt ich den Wein ins Klo oder hau die Flasche an die Wand.”

“Na dann, vielleicht anderswann”, meinte Walter Serge.
“Ja”, sagte Baptiste.

Kaum war die Tür ins Schloss gefallen und Walter Serge auf dem Weg zurück in seine wie üblich nur mäßig geheizte Behausung (”Fürs Immunsystem, Schoss, so bleib ich extrafit”), sinnierte Baptiste über fliehenden Kork. Ein Figeac, ein Boisrenard? Egal, Hauptsache ein 98er …

Denn es gab etwas zu begießen. Eva hatte ihr erstes Bild verkauft.

10 Kommentare zu “An die Wand”


  1. Aha, Herr Schoss, ich glaube, ich kenne den Käufer. Haben Sie Ihr Mieder gelüftet?

    Gratuliere
    Ihre FrauvonWelt

  2. 2Dr. Walter Waßmuth

    Sehr geehrter Herr Schoss,
    sieben Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein! Heiliger Domestos, wir fahren nach Griechenland, ich und die ganze Truppe hier vom Ministerium. Offiziell für zum Waldbrändeschaden kucken und wo die Wiederaufbaukohle verpulvert werden soll, aber faktisch für Holla, die Waldfee. Rollersaison ist übrigens vorbei. Dafür fängt Wochenende jetzt an!
    Ihr Walter Waßmuth

  3. 3Silvia von Schweden

    Wie schön und so … ausdrucksstark.

  4. Erinnert mich irgendwie an Herrn Schoss. Dem gehören nämlich auch die Ohren langgezogen ;-)

    (Besten Dung für’s Werbung machen übrigens!)

  5. und wieviel soll die rechte hälfte von evas bild kosten?

  6. 6Erdge Schoss

    Wo denken Sie hin, liebe FrauvonWelt, gleichwohl das Mieder für die Kunst zu lüften höchst löblich ist …

    Retsina für alle und herzlichen Glückwunsch, Sie unfassbarer Bürohengst!

    Und das Schönste, liebe Frau von Schweden, mit jedem neuerlichen Hinsehen wird der Eindruck intensiver.

    Gottogott, werter Herr Phil, nicht meine Ohren!

    Unbezahlbar, werter Herr Herold.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  7. Nun, Herr Schoss, dann mal Prost und hoch die Tassen!

    Aber unter uns: Prostituiert sich der Künstler, wenn er seine Kunst verkauft? Ist Geld für Kunst nicht Verrat an der Kunstes Geist?

    Oder geht es nur darum, dass der Künstler ein Brötchen und eine Flasche Wein braucht, gelegentlich?

    Künstlerische Grüße,
    Ihr Scheibster

  8. 8Erdge Schoss

    Gelegentlich, werter Herr Scheibster, Sie sagen es …

    Herzlich & Hoch die Tassen
    Ihr Erdge Schoss

  9. Jawohl, auch ein Künstler lebt nicht von der Kunst allein. Gelegentliche Erfüllung von Gaumen- und Sinnesfreuden ist der Kunst sehr von Nutzen.

  10. 10Erdge Schoss

    Ginge es nach Baptiste, werter Herr Dukasi, bräuchte es nicht einmal die Kunst dazu …

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

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