Indische Teppichknüpfkinder in schottischen Bergwerken
Weil Raouls Mutter immer mehr Geschirr hat fallen lassen, konnte er sich das nicht länger ansehen und hat ihr eine Spülmaschine gekauft zum Geburtstag. Nichts aus dem Osten, sondern ein deutsches Markenprodukt. Trotzdem ist es jetzt kaputt. Darauf hat Sattler jr. von Elektro Sattler nur gewartet, weil er genau wusste, dass Raoul ihn dann anruft.
Er kam dann auch, schraubte irgendwas auf, kuckte da rein, machte da rum mit zwei Drähten und schraubte das wieder zu. Macht 66 Euro, sagte er, und ob Raoul eine Rechnung brauche.
Ja wie, fragte Raoul, ob das schon alles war. Klar, sagte er, wenn Raoul das Drecksding repariert haben wolle, müsse er noch mal, aber darauf solle Raoul ihn jetzt nicht festnageln, gut 250 Euro reinstecken. Minimum. Weil, da wäre etwas mit der Elektronik, da könne er jetzt so nichts machen.
66 Euro, sagte Raoul, für fünf Minuten, so viel verdienen indische Teppichknüpfkinder in schottischen Bergwerken ja nicht im ganzen Jahr. Ei ja, die Anfahrt und eben so, sagte Sattler. Was für eine Anfahrt, fragte Raoul, wo Sattler doch im Haus nebenan wohnt.
Außerdem sei ja die Stunde angebrochen, sagte Sattler, und was er dann mit dem Rest anfangen solle. Heimgehen wolle er nicht, er würde zur Not auch noch ein bisschen hier rumsitzen. Was man denn jetzt machen solle, wollte Raoul von ihm wissen. Da kuckte Sattler auf die Spülmaschine und meinte: Schmeiß die Scheiße fort.




Was Raoul hier zugestoßen ist, ist doch der wahre Grund für die schreiende Armut in Deutschland von der wir täglich in den Medien hören und lesen. Wer kann sich denn in Deutschland noch (solch) einen Handwerker leisten, werter Herr Schoss? Vor allem wenn er zuvor schon welche hatte…
Eine spontane Befragung unter Handwerkern ergab, dass viele nicht bis drei zählen können und einfach Zahlen aneinanderreihen. Da kommen dann oft total lustige Rechnungen heraus
Ich habe mal 6 Euro für eine Tüte Pommes mit oranger Soße bezahlt. Manchmal kann man eben nicht anders.
Abgerippt,
bna
Dra åt helvete, Elektromann!
indische teppichknüpfkinder in schottischen bergwerken verdienen mehr als man denkt. zwar nicht so viel wie die teppichknüpfkinder in belgischen bergwerken, aber um die 1.000 äpfel im jahr – indische teppichknüpfkinder werden immer in äpfeln ausbezahlt – dürften es schon sein.
(afrikanische teppichknüpfkinder bekommen übrigens birnen für ihre arbeit, da sie äpfel nicht mögen.)
Raoul sollte den Sattler möglichst mit seinen beiden eigenen Schraubenziehern, dem abgebrochenen und dem mit dem eingebauten, aber kaputten Phasenprüfer, an die Tür nageln, ihm den Ablaufschlauch proktologisch ausufernd in den Rektus donnern und dann, nötigenfalls von Hand, falls das Waschgerät tatsächlich nicht mehr anspringen mag, mit gefühlten 200 ehemaligen ATÜ brackiges Feuchtwasser abpumpen – bis das kleine Schwarzgeldteufelchen mit schillerndrotem Feuerschweif aus Sattlers Nüstern und geradewegs ins Nirwana pfeift.
Fümf mal.
Schmitz
Niemand, werter Herr Rick, weswegen die Brut irgendwann an ihrer Gier ersticken wird, wenn ich das mal so salopp sagen darf.
Noch schlimmer wird das Ganze, werter Herr Fitz, wenn die Brüder auf die Schnapsidee kommen und den “Rechnungsbetrag” mit einer beliebigen Telefonnummer “multiplizieren”.
Die 6, werter Herr Banana, ist beim Märchenerzählen unglaublich beliebt. Übrigens nicht nur bei Handwerkern, sondern auch bei Sportlern. So soll beispielsweise der afrikanische Fußballgott Anthony Yeboah nach Verlust seines Passes behauptet haben, dass sein Geburtstag der 6.6.66 sei.
Und dort schmoren, liebe Frau von Schweden, bis in alle Ewigkeit. Recht so?
66 Euro in Münzen oder Scheinen, werter Herr Grob, sollen, werden Ernährungswissenschaftler nicht müde zu trompeten, zudem auch unabhängig vom Geschmack deutlich weniger vitaminreich sein als Äpfel (oder Birnen).
Ihr diplomatisches Feingefühl, werter Herr Schmitz, ist kaum zu übertreffen. Wo lernt man so etwas? In einem Basecamp für Großgrundbesitzer und angehende Bauherren?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
66 Euro?! Da hat Herr Sattler jr. aber einen äusserst spendablen Tag gehabt, wenn er so günstige Preise macht! Sollte meine deutsche Markenspülmaschine mal repariert werden, hoffe ich auf Weiterleitung der Geschäftsadresse des Herrn Sattler jr..
Ich habe in Hamburg 4,80 EUR für ein aufgewärmtes Fischbrötchen bezahlt, werter Herr Schoss. Das war Wucher und eklig noch dazu.
Guter Rat, mein lieber Herr Schoss, ist stets nicht billig zu haben. Aber, unter uns Gebetsbrüdern, wenn das kein Fall für Fiedler und Goncorek ist, was müsste denn noch kommen?
Was auch immer passiert, Herr Schoss: Palmoliv.
Sicher ist sicher.
Ja, Schoss, alter Märchenonkel, da fallen mir spontan ein paar Beispiele aus der Märchenwelt ein: “Sechs und eine auf einen Streich”, “Hinter den mehr als sechs Bergen bei den Sechs Zwergen und noch einem”, sowie “Die Geislein weniger dem Wolf sind sechs”.
Dass mir das noch nicht aufgefallen ist!
Es sind derartige Hinweise, die Ihre Seite für mich so wertvoll machen. Und noch ein paar andere Sachen.
Erleuchtet,
bna
Ich möchte bitte den Kommentar von Herrn Schmitz kaufen.
Meine Heiratsanträge lehnt er ja ab.
Dabei spüle ich wie eine Ultarfee aus Villariba.
Handarbeit, werter Schoss!
In Zeiten des Notstands immer empfehlenswert.
Ultra natürlich. ULTRA!
Na, hätte er seiner Mutter besser Pappteller gekauft statt einer Spülmaschine. Die Pappteller gehen nicht kaputt, wenn man sie fallen lässt und müssen auch nicht von Handwerkern für teuer Geld begutachtet werden, nur um den Rat zu bekommen, man solle sie wegschmeißen. Denn das macht man mit den Papptellern sowieso.
lieber herr schmidt,
wo haben sie das aufgewärmte fischbrötchen denn gekauft? das gibt es doch gar nicht! diese halunken, diese.
ich kann ihnen sagen, hier in hamburg, können sie durchaus frische fischbrötchen verkosten, da zuckt sogar noch der fisch vor lauter frische.
herzliche grüße
luna
es gibt immer was zu tun!
jippi jaa jaa jippi jippi jeeee!
Lieber Herr Schoss,
Fluchen ist auch keine Lösung! Aber nicht fluchen manchmal auch nicht.
Obwohl das hier: “Schmeiß die Scheiße fort”, das ist ja eher schon ‘ne Lebensphilosophie…
Herzlichst
Ihre Anna
Ich werde den Teufel tun und Ihnen diese faule Sau ins Haus schicken, liebes Fräulein Sabine. Der nimmt Sie aus wie eine Weihnachtsgans – und den Kühlschrank frisst er Ihnen auch leer.
Ein aufgewärmtes Fischbrötchen, werter Herr Schmidt, um Himmelswillen! Waren Sie schon beim Hausarzt und haben sich durchchecken lassen? Ich sage nur: Salmonellen.
Fiedler & Goncorek, werter Herr Scheibster, haben Duttmaier jr. bereits in den Wahnsinn getrieben – oder zumindest bis kurz davor. Davon weiß auch Sattler jr. Er erfuhr’s beim Handwerkerstammtisch in Bonames.
Was, werter Herr Winkelsen? Ist Ihr neuerworbenes Prachtmodell etwa schon wieder hin?
Jetzt, werter Herr Banana, wo Sie’s sagen. Dann erinnern Sie sich bestimmt auch an die “6 plus 1 Meilenstiefel”?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Wie sich das trifft, liebe Cara, seit heute sind Schmitzkommentars-Wochen im erdgeschossrechts. Das heißt: Kleine Preise, viel fürs Geld. Außerdem gibt’s Feenrabatt.
Pappteller, liebes Fräulein Meise, ich bitt Sie! Das wäre Raouls Mutter beim Hinfallen nie aufgefallen, wo sie so schlecht hört.
Sie, liebes Fräulein Luna, meinen doch nicht etwa die appetitlichen Sushischnittchen?
Pfeilgerade, werter Herold, und zwar erst einmal Sattler jr. aus Mutters Wohnung hinauskomplimentieren. Der sitzt nämlich noch immer da, der Fleisch gewordene Kurzschluss.
Wie wahr, liebe Anna. Wobei Sattler jr. höchstwahrscheinlich nicht Originäres schuf, sondern wie üblich aus dem Zitatenschatz seiner grenzdebilen Ahnenschar zitierte.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
S… d… S…, also SdS wuerde schon genuegen. Genug Bewegung!
Allerdings die Realitaet: Auf der einen Seite liegen bereits die kaputten Geraete, also dieser konstruktionsbedingt schnellstens verderbliche Industriemuell, kostbarstes Gut des Turboglobalkapitalismus; auf der andern unsere alltaegliche Scheisse, die nicht in Gold aufzuwiegen ist. Sattler, Sie entscheiden sich auf jeden Fall fuer rechts! Schoenen Abend wuenscht Audrii
so eine scheisse, möchte man sagen. gruß, schneck