19. Juli 2010 von Erdge Schoss
Fiedler & Goncorek kamen nicht aus dem Staunen heraus. Birghild Riemenschneider war nicht nur Heddas Busenfreundin, sondern war es noch immer.
Erst vorgestern hatten sie miteinander telefoniert. Ferngespräch. Übersee. Amerika. Für einen Moment flammte die Flamme der Hoffnung in Goncorek: Las Vegas, wilde Ritte auf dem Chopper und ein Ring aus Motorradchrom.
Doch Birghild Riemenschneider nahm [...]
20. Juni 2010 von Erdge Schoss
Exakt 45 Minuten nachdem ein Kleintransporter Henri im Dunst des erwachenden Tages von der Straße gedrängt hatte, rezitierte Baptiste den ersten Morgenreim vor der Eingangstür der Bäckerei.
Eingedenk der vorabendlichen Druckbetankung zog er es vor sitzend vorzutragen – gesenkten Hauptes auf einem Klappstuhl kauernd und mit halb geschlossenen Lidern das Trottoir anbrummend. Was nur für [...]
18. Juni 2010 von Erdge Schoss
Während Fiedler und Goncorek in Südfrankreich ihren Firmenwagen suchen, steht Henri mit hochrotem Kopf und pulsierender Halsschlagader am Küchentisch des Winzerhofs und lädt die Läufe des Drillings mit zwei Kugeln und einmal Schrot.
Ziel: Duttmaiers Schwager Alfred, die stinkfaule Spenglersau. Wider besseres Wissen (Stichwort: Gäste-WC) hatte Henri ihn beauftragt. Aber was hätte er sonst tun sollen? [...]
13. April 2010 von Erdge Schoss
Seine Mutter war die Tante seines Vaters, er malte Postkarten, hatte Mundgeruch und ein Ei mehr als ein Keineihase. Er war Führer und Reichskanzler und in seiner Freizeit “Adolf Flamingo”, der pinke Schnäuz im Pupu la Musch im Bahnhofsviertel, wo er nackt tanzte. Auf einem Bein.
[Fortsetzung folgt]
15. August 2009 von Erdge Schoss
Vor 40 Jahren, als Viktor Vaudeville im Sommer der Liebe seinen 19. Geburtstag feierte, war er erstmals in Berlin. Um sich zu verpissen vor der vaterländischen Pflicht. Um bei unkontrollierten Experimenten mit bewusstseinserweiternden Substanzen Stimmen zu hören und Frauen nackt zu sehen.
Es war eine verrückte Zeit und schön war sie auch. Wie Berlin, die [...]
29. August 2008 von Erdge Schoss
Und wieder schält sie sich aus ihrem rotmetallic lackierten Miniflitzercabrio, den sie stets vor meinem Fenster parkt. Es ist jedes Mal ein Wunder, wie Jutta, Maklerin und passionierte Nackttänzerin, da rauskommt, wo der Wagen nur unwesentlich höher ist als der Bordstein. Doch sie hat den Bewegungsablauf verinnerlicht, dreht die Beine, streckt die Zehen, klappt die [...]