Wurzelschmerz und dicke Brüste

Meine Straße heißt nicht zufällig so, sondern das hat einen Grund. Namensgeber ist der große deutsche Rocksänger Reinhard Meine, der mit seiner Showtruppe “The Ondulierten Skorbutmatrosen” Lederhosengeschichte schrieb. Unter anderem gelang das mit dem Superhit “Mittelhochdeutsche Miniaturen für Anfänger”, bei dem Meine live immer auf dem letzten Loch pfiff. Das war nicht zum Aushalten. Schlimmer noch als eine Wurzelbehandlung, meinte Dr. Cross, mein depressiver Hausarzt.

So berichtete er kürzlich während einer Routineuntersuchung unvermittelt von einer Kollegin, die mit gequältem Gesichtsausdruck geklagt habe, sie würde wieder ihre Periode kriegen und ihre Brüste würden dann jedes Mal so furchtbar spannen. Er, der Doktor, sollte mal schön froh sein, keine Frau zu sein.

Sei er auch, habe er gesagt. Schon rein prinzipiell. Davon abgesehen gebe es schlimmere Probleme auf der Welt, als wenn Frauen die Brüste anschwellen, habe er gesagt: Waldsterben zum Beispiel. Oder wenn Wale verenden.

1 Kommentar zu “Wurzelschmerz und dicke Brüste”


  1. 1Erdge Schoss

    FrauvonWelt / Website (12.10.07 11:42)
    Oh ja, lieber Herr Schoss, recht hat er, ein verendeter Wal, ganz schlimm:

    Auf dem Schreibtisch abrockend
    Ihre FrauvonWelt

    Erdge Schoss / Website (12.10.07 11:54)
    Abrockend, liebe FrauvonWelt? Auf dem Schreibtisch,
    Ihrem gläsernen gar? Barfuss oder in Highheels?

    Wundervoll
    Ihr Erdge Schoss

    Silvia von Schweden (12.10.07 12:13)
    Ihr Hausarzt, Herr Schoss, scheint ein Philosoph zu sein. Und ich möchte aus meinem Herzen nicht länger eine Mördergrube machen: Auch ich stehe auf The Ondulierten Skorbutmatrosen.

    banana (12.10.07 12:31)
    Es ist schon komisch. Die meisten Frauen sind nicht froh, eine Frau zu sein, aber froh, dass sie kein Mann sind. Ja, wie hätten sie es denn gerne?
    Die Männer sind da etwas konkreter. Die meisten Männer sind froh, ein Mann zu sein und keine Frau zu sein. Beides auf einmal ginge ja auch irgendwie nicht.

    Bestens,
    bna

    Rick / Website (12.10.07 13:39)
    Wurzelschmerz ist eine ernstzunehmende Sache. Vielleicht mag es uns in diesem Zusammenhang trösten dass die Nickende Distel endlich zur Blume des Jahres 2008 gewählt wurde. Wurde auch wirklich Zeit.

    Anna / Website (12.10.07 14:13)
    Also viel schlimmer als ein verendeter Wal, wäre ein angeschwollener, vielleicht so auf Hochhausgröße, und dann verendeter Wal.
    Da will ich ja gar nicht weiter drüber nachdenken! Aber ich muss, denn ich habe es geschrieben und jetzt bekomm ich das Bild nicht mehr aus dem Kopf!

    Herzlich aber Walimkopf,
    Anna

    waever (12.10.07 14:23)
    Diesen Hit des Herrn Meine, sagen Sie bester Erdge, gab es den nicht auch in Englischer Version? Ich meine mich an die Textzeile “Middle German Midgets for Beginners” erinnern zu können, diesen famousen Hit der es sogar in Kirgisien 1953 unter die Top 100 gebracht hat.
    Mit einer Keylinie, die wie ein Wildbach im Märzen zu Tale rauscht: laut gurgelnd, weiß verwirbelnd und sehr mitreissend.
    Schön, das Sie diesen Riesenhit wieder ausgegraben haben. Wäre genial für ein Remake so als Rap Song geeignet , geben sie doch mal Ähminäm oder MC Winkel mal nen Tipp.
    Und um Ihrem Hausarzt mache ich mir allerdings mehr Sorgen. Wenn der solche Stories über Kolleginnen raushaut, was glauben Sie denn was der über Sie los lässt:
    “Ha, der Schoss war bei mir wegen der Hämorriden, die überwuchern mittlerweile schon seine Schrumpfleber, u.s.w.
    Nicht schön sowas, Herr Schoß, daß sag ich Ihnen!

    FrauvonWelt / Website (12.10.07 14:50)
    Abrocken in Highheels, lieber Herr Schoss, gehört zu meiner täglichen Morgengymnastik. Leichte Übung, sag ich Ihnen. Das war nicht immer so. Ich könnte Ihnen Geschichten von den Anfängen erzählen, als ich es zuerst gar nicht mehr, dann aber immerhin auf allen Vieren noch zum Frühstückstisch schaffte. Erzähl ich aber jetzt nicht. Wäre ja peinlich.
    Ich erzähl Ihnen lieber, wie das heute nach etlichen Übungsstunden aussieht, nämlich genau so, wie Sie sich das vorstellen. So und nicht anders.

    In sechs Wochen kommt der Gips ab.

    “Schieb den Wal, tatata, schieb den Wal…”

    Ihre FrauvonWelt

    stubbornita / Website (12.10.07 16:38)
    kicher, frauvonwelt, gipselegant quer durch die stube — man möchte es kaum gemisst haben.

    ein weiterer grandioser aufsteller: herr rick, mit der meldung der woche. distelgewächse (selbstredend auch undomestizierte, wir wollen ja nicht so sein) verdienen in der tat jeglichen artenschutz. endlich.

    endlich wochenende. zumindest fast.

    vorzüglich

    artischokka

    Daniela / Website (12.10.07 21:03)
    Werter Herr Schoss, vom Wurzelschmerz kenne ich natürlich nichts, aber ich glaube,dass der Herr Doktor gar nicht so depressiv war

    Erdge Schoss (13.10.07 15:23)
    Mein Hausarzt, liebe Frau von Schweden, ist nicht nur ein Philosoph, sondern auch der vielleicht unfassbarste Quacksalber, dem ich je begegnet bin. Was ihn aber nicht hindert, ein sympathischer Zeitgenosse zu sein.

    Diese unglaubliche Linearität, werter Herr Banana, macht Männer so attraktiv und begehrenswert.

    Die Nickende Distel, werter Herr Rick, die hat hier noch gefehlt. Haben Sie Dank.

    In Gegenden rund um leckgeschlagene Atommeiler, liebes Fräulein Anna, sind neben hochhausgroßen Eichhörnchen, Salamandern und Haubentauchern auch ausgedehnte Wale keine Seltenheit. Die liegen da so rum, wachsen täglich um ein Reihenhaus und machen dabei die Bäume kaputt.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

    Erdge Schoss / Website (13.10.07 15:29)
    In, werter Yul-Bruce, der Tat handelt es sich bei “Middle German Midgets for Beginners” um die eingeenglischte Version des Meine-Immergrüns, wobei er sich, das wissen Sie sicher auch, immer bei “Midgets” verpfiff. Dass selbst kirgisische Lederhosenträger sich davon gurgelnd zu Tale reißen ließen, war mir allerdings neu. Und was meinen Hausarzt angeht: Er ist kein Plappermäulchen. Das über seine Kollegin rutschte ihm beim Atmen einfach so heraus. Dann war er wieder still, ausdauernd.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

    Erdge Schoss / Website (13.10.07 15:46)
    Das, liebe FrauvonWelt, freut mich für Sie über alle Maßen. Das mit dem Gips. Dass er bald ab kommt. Sie Omnisportive.

    Mit den Wochenenden, liebes Fräulein stubbornita, verhält es sich wie mit den Fünften Dimensionen. Sie sind raketengleich stets überall, immer, nie und nirgendwo. Oder um es mit Ihren Worten zu sagen: zumindest fast.

    Depressiv, liebes Fräulein Daniela, ist er tatsächlich nicht oder nur kaum, also ein klein wenig schon, aber wer ist das nicht?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

    NaturElla / Website (13.10.07 18:33)
    Ich vermute, der Doktor war verbittert. Er litt unter Wurzelschmerz wegen der dicken Brüste.

    Dr. C. (14.10.07 22:43)
    Lieber Herr Schoss!

    Ich möchte ja jetzt nicht kleinkariert auffallen, aber wie soll denn ein Wal um ein Reihenhaus herumwachsen? Auch in Gegenden mit leckenden Atommeilern reiht sich doch an ein normales Reihenhaus, wie der Name ja sagt, links und rechts noch ein Haus an (es sei denn, es handelt sich um ein Reihenend- oder Reiheneckhaus, was prinzipiell das gleiche ist, in so einem Falle könnte ich ja noch damit leben, dass sich so ein veränderter Genwal da herumschmiegt, aber das muss dann auch so da stehen, rein semantisch!).

    Dr. C.

    Erdge Schoss / Website (15.10.07 09:12)
    Das, liebes Fräulein NaturElla, hätte durchaus … Aber Sie hätten seinen hushpuppygleich müden Blick sehen sollen …

    Reiheeck- oder -endhaus, werter Herr C., kein Wunder, woher Ihre dunkel umwolkten Stimmungen rühren …

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

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