Schbricz-Schbradcz: Die Russen kommen (15 / Hätte, wäre)

Wie gefällig und federleicht, beschwingt und ausgelassen das Leben sein könnte, wüsste man stets, was wie zu tun ist. Und täte das auch. Was weder so noch so ähnlich, wenngleich Ausnahmen die Regel immer wieder aufs Neue bestätigen. Kurzum: Um es doch nicht so kurz zu machen …

Hätte Vsevolod im Schbricz-Schbradcz nicht Tosja in Baptistes Armen gesehen, hätte er den Armeerevolver nicht gezogen.

Hätte Baptiste keine Clogs getragen, wäre sein rechter Schuh nicht durch die Luft geflogen und hätte die Schussrichtung des Armeerevolvers verändert.

Hätte sich die Schussrichtung des Armeerevolvers nicht verändert, hätte Baptiste ein Loch im Kopf gehabt und Vsevolod noch sein Ohr.

Hätte Vsevolod sich auf Tosja und Baptiste konzentriert und nicht auf sein appes Ohr, hätten die beiden nicht fliehen können.

Hätte Aleksandr aufgepasst und im Hof nicht durch ein Fenster die Garderobe der klösterlichen Stangentanzriege beobachtet, hätten Tosja und Baptiste nicht in den Sportwagen springen und losbrausen können.

Hätte Baptiste nicht seinen rechten Clog verloren, hätte niemand das Loch in seinem rechten Socken gesehen.

Hätten Aleksandr und Vsevolod nicht einen Dreckskarren aus russischer Misswirtschaft gefahren, sondern ein Mobil aus deutscher Qualitätsproduktion, wäre der Wagen auch nicht sofort angesprungen.

Hätte Lothar, der mit Eva auf das Schbricz-Schbradcz zufuhr, angesichts des ihm mit hoher Geschwindigkeit entgegenkommenden Flitzers nicht vor Schreck das Fernlicht betätigt, wäre Aleksandr nicht geblendet worden.

Hätte Aleksandr die Kontrolle über den Wagen behalten, wäre er nicht auf den Erdaufwurf jenseits der Straße zugesteuert, mit dessen gnädiger Hilfe das russische Gefährt zum Flugzeug wurde und vergleichsweise elegant den Trockenstreifen überwand, der zwischen der Straße und dem Sumpf lag.

Hätten praktisch direkt nach der Landung nicht die Türen geklemmt, hätten Aleksandr und Vsevolod bequem aussteigen können (und wären anstatt mit neben dem Wagen im Sumpf versunken).

[Fortsetzung folgt]

17 Kommentare zu “Schbricz-Schbradcz: Die Russen kommen (15 / Hätte, wäre)”


  1. Was ein Loch im Socken doch alles anrichten kann, werter Herr Schoss!
    Immer wieder erstaunt,
    f.c.

  2. appes … ist mein neues lieblingswort.

  3. 3busfahrer

    die wahnsinn erdge mit die filosophie. war mal am nachdenken un wat meinste wat da am rauskommen war? wenn ich die bus nich am sein hätte hätte ich keine busfahrer am sein. scheisse erdge. wat dann?

  4. 4oliver

    ist denn bei dem ganzen schlamassel, lieber herr schoss, irgendetwas glatt gelaufen?

  5. 5anja

    was für eine story, lieber herr schoss!
    ich habe schon mal meine clogs rausgeholt. damals mit ´ner erdbeere und heute mit eddy hardy druf – wie die zeiten sich ändern.

    klackklackklack
    herzlich
    anja

  6. 6Silvia von Schweden

    Genauso hatte ich es mir gedacht, Herr Schoss.

  7. 7textorama

    Ohne wenn und aber, werter Herr Schoss. Sie wissen ja was der Volksmund so sagt: Was du nicht willst was du nicht willst, das sollst du auch was du nicht willst.

    ab imo pectore.
    Ihr textorama

  8. 8Benedetto

    Clogs im Winter. Baptiste ist die coolste Sau überhaupt.

  9. 9Pater Braun

    Ja Wahnsinn Herr Schoss. Ich sage nur, Baptiste for James Bond. Es würde die 007 Welt auf den Kopf stellen und revolutionieren.

    Tosjapussy, Liebesgrüße aus Schbridcz-Schbradcz, Baptiste jagt Dr. Sommer, Der Mann mit dem goldenen BimBam, Sag lieber nein, Der Idiot der nichts blickte, Lizenz zum Saufen, Das Loch im Strumpf ist nicht genug und zu guterletzt Clogsfinger.

    Mit einem “Geschüttelt und erwischt” bis dahin,

    Ihr Pater Braun

  10. 10Banquo

    Lieber Herr Schoss,

    und hätten Sie mal ein kleines Filmchen von der Stangentanzriege aufgenommen und zur Verfügung gestellt, hätte ich mich nicht wieder vormittags in einen kranken, aber geilen Tagtraum flüchten müssen und dann auch den Anschiss meines Vorgesetzten mit der Überschrift “Träumen Sie eigentlich mit offenen Augen??” mitbekommen. Mein fortwährend teilnahmsloses aber breites Grinsen (in meinem Kopfkino hing Schwester Agathe gerade kopfüber an der Chromstange) während dieser nur bedingt höflichen Ansprache schien dabei nicht der Entspannung dienlich gewesen zu sein. Was sonst gar nicht so meine Art ist.

    So, jetzt muss dann nur noch Tosca dran glauben
    Banquo

  11. 11Dr. Walter Waßmuth

    Sehr geehrter Herr Schoss,
    hallo!
    Ihr Walter Waßmuth

  12. 12sanitätsratsvorsitzender

    lieber herr banquo,
    sollten ihre krankheiten auf grund einer überdosis stangentanzgedanken überhand nehmen, dann melden sie sich bitte bei mir.
    sind sie privat versichert?

    ich verbleibe mit herzlichen grüssen

  13. 13Erdge Schoss

    Absolut, liebes Fräulein Cinderella, und doch fast nichts gegen eine Laufmasche, finden Sie nicht?

    Das, liebes Fräulein textîle, freut mich über alle Maßen.

    Dann, werter Herr Busfahrer, hätten Sie wahrscheinlich ein Bistro im besten Teil der Stadt.

    Selbstverständlich, werter Herr Oliver.

    Klackklackklack, liebes Fräulein Anja, ich könnte Ihnen stundenlang lauschen …

    Nichts anderes, liebe Frau von Schweden, habe ich erwartet.

    Von dieser Seite, werter Herr textorama, hatte ich noch gar nicht besehen.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  14. 14Erdge Schoss

    Mit Flipflops, werter Herr Benedetto, wäre er jedenfalls nicht so weit gekommen.

    Doppelnull hin oder her, werter Pater Braun, geschüttelt und erwischt hat in Ihrem Verein doch Tradition. Beichten Sie eigentlich täglich? “Liebesgrüße aus Schbridcz-Schbradcz” gibt es übrigens schon, allerdings nicht mit Baptiste, sondern Vroni Vox, Bobečz “Longski Dongski” Freischwinger und anderen Actiondarstellern. Angeblich sehenswert.

    Ob Sie’s glauben oder nicht, werter Herr Banquo, Schwester Agathe hing tatsächlich kopfüber …

    Ein sonniges Hallo zurück, werter Herr Waßmuth!

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  15. 15Pater Braun

    Wenn es zeitlich passt, stündlich Herr Schoss.

    Ihr Pater Braun

  16. 16DerPferd

    Sehr geehrter Herr Schoss,

    heute wurden einige Automobile aus deutscher Produktion mit gleichzeitig Russisch anmutendem Fahrgefühl verkauft. Haben Sie eventuell die Telefonnummer des Clog-Herstellers? Ich frage für einen Freund.

    Klippklapp,
    DerPferd

  17. 17Banquo

    Lieber Herr SanRaV,

    ich unterstelle Ihnen natürlich echte Sorge um mein Wohlbefinden, möchte allerdings derartige Zustände noch solange genießen, bis etwaiger unkontrollierter Speichelfluss aus den Mundwinkeln dem Ganzen aus ästhetischen Gründen Einhalt gebieten würde. Dann schaue ich aber gerne vorbei.

    Ich zahle natürlich bar, in kleinen, nicht zurück verfolgbaren Scheinen
    Banquo

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