2.000 Megavolt (36)
Während Rezart und Shpend im Treppenhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite flott vorankamen und bereits die Tapetenreste im ersten Stock abkratzten, schaffte Duttmaier die Reifen an der gusseisernen Muffe vorbei in den Keller.
Im Vertrauen auf die natürlichen Gesetze der Gravitation ließ er sie am oberen Ende der Treppe los und schleifte die nächsten ran, derweil sich die die Stufen herab springenden ihren Weg bahnten. Zum Leidwesen einer Kellertür sowie der dahinter gestapelten Einmachgläser als auch einer Porzellansammlung aus dem 17. Jahrhundert, die mit dem vierten Einschlag endgültig der Geschichte übergeben wurde.






Strohfeuer der Zerstörung oder Auftakt zum großen Finale, das ist hier die Frage.
Genau, ab in die Geschichte, werter Herr Schoss. Da gehören Porzellan und Dutti Sen. hin. Ganz klar, hier wird Geschichte geschrieben. Ohne Atempause.
Ihr textorama
War es wenigstens sein Keller, Herr Schoss?
Lieber Herr Schoss,
wohnt der angebrütete Sohn von Duttmaier nicht in einer Souterrain Wohnung im gleichen Haus? Vielleicht sollte man unter den Einmachgläsern und dem Porzellan mal nachschauen, ob da noch was zuckt…
Falls dafür Zeit übrig ist
Banquo
Handwerker sind eben recht hemdsärmlig und unsensibel. Das kann man Ihnen aber doch nicht als Handicap vorwerfen.
Ihr Pater Braun
Wo, werter Herr Schoss, so frage ich mich immer wieder, beginnt eigentlich Kollateral?
Nebenan?
Ihr textorama
und was sagt mutti dazu, lieber herr schoss?
herzlich und gereift
anja
Ich, werter Herr Benedetto, will ja nicht den Teufel an die Wand malen. Gerüchteweise aber heißt es, Duttmaier mache jetzt ernst.
Ob die Mayas, werter Herr textorama, Duttmaier auf ihrem Kalender hatten?
Bedauerlicherweise, liebe Frau von Schweden, nein. Er gehörte einer Mieterin aus dem zweiten Stock, die allerdings aufgrund der von Duttmaier zugenagelten Kellerzugangstür den Keller seit Monaten nicht mehr betrat – und vielleicht nie mehr betreten wird.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Er wohnt, werter Herr Banquo, nach wie vor im Erdgeschoss, und zwar in jener Wohnung, durch deren zur Straße gelegenem Fenster vor ewiger Zeit ein Zinkeimer mit Doggendung flog.
Ob Sie’s glauben oder nicht, werter Pater Braun, Duttmaier sieht’s genauso.
Im Zweifel, werter Herr textorama, direkt vor den Spitzen der Sicherheitsschuhe. Apropos: Haben Sie eigentlich an der heutigen Alarmbereitschaftsübung teilgenommen?
Mutter Duttmaier, liebes Fräulein Anja, interessiert das alles nicht, solange Duttmaier zweimal über die Fußmatte schrappt, bevor er die Wohnung betritt.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Äh, Alarmbereitschaftsüberungen? Sie meinen diese hier?:
http://www.youtube.com/watch?v=-2kdpAGDu8s
Was aber die Ente damit zu tun hat… ?
Ihr textorama
Und immer, werter Herr textorama, schön die Hände auf den Nacken. Das hilft! Wie man sich so allerdings das Glas (zur Ente) vollgießen soll, ist mir rätselhaft.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Mich beschleicht schon lange ein Verdacht, werter Herr Schoss, dass nämlich die Handlung Ihrer Geschichte auf den endgültigen großen Knall zusteuert, mit dem das Ende dieses Zeitalters eingeleitet wird. Dass also Ihre fiktive Welt auf der Ebene der Quanten korrespondiert mit der realen Welt. Ich bin darüber recht froh, denn bevor irgendwelche Irrsinnigen unsere Welt in die Luft jagen, soll doch lieber Duttmaier das machen.
Herzlichst
Ihr Trittenheim
Sollte, werter Herr Trittenheim, ein von Hybris gepeitschter und bis dato weder durch Kundenähe noch Arbeitseifer aufgefallener Strippenzieher in einem Mainhattaner Hinterhof tatsächlich am Rad der Geschichte drehen, und nicht nur das, sondern das Scheißding in einem Atemzug herumreißen und zu pulverisieren – und den ganzen Rest gleich mit? Und war es nicht ein Modemacher mit auffälliger Frisur, der behauptete, alles gehe, und ein in Nippon ansässiger Karossendengler, nichts sei unmöglich? Wohlan, wenn es so sein soll, dann soll es so sein …
Herzlich
Ihr Erdge Schoss