Boris sucht Frau (10 / Arhythmisch und verzweifelt)

Boris bot einen schrecklichen Anblick, als die Rettungssanitäter ihn fanden. Mit der Zunge an das Mundstück eines monströsen Blasinstruments gefesselt, kniete er im Türrahmen zur Küche und konnte weder vor noch zurück.

Zunächst befreiten sie seine vom Vakuum im Mundstück strohhalmgleich deformierte Zunge aus dem Mundstück der Fujara, dann zwangen sie das verkeilte Instrument mit gezielten Tritten aus dem Türrahmen.

Während die Sanitäter den nahezu vertrockneten Patienten mit Infusionen an der Zahl Tropfen für Tropfen wieder ins Leben zurückholten, stand die eigentliche Retterin etwas entfernt und sah mit bangem Blick zu. Sie war es, die Boris’ ebenso arhythmisches wie verzweifeltes Klopfen gehört und den Notdienst gerufen hatte.

Seit wenigen Tagen wohnte sie in der darunterliegenden Wohnung. Naomi, eine filigrane Senegalesin mit französischem Pass, die nach Mainhattan gekommen war, um Kunst zu studieren. Nervös fuhr ihre zartgliedrige Hand über den schlanken Hals. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als Boris das linke Lid lupfte …

15 Kommentare zu “Boris sucht Frau (10 / Arhythmisch und verzweifelt)”


  1. 1Benedetto

    Glück muss man haben. So einfach ist es.

  2. Sissi und Franz-Josef. Mehr sag ich dazu nicht. Warten Sie’s nur ab, lieber Schoss.

  3. 3Pater Braun

    Zungenkuss üben geht doch auch einfacher und verletzungsfrei Herr Schoss. Habe ich mir sagen lassen.

    Bahnt sich da was an ?

    Ihr Pater Braun

  4. 4Silvia von Schweden

    Steckte Boris wieder oder immer noch mit der Zunge fest, Herr Schoss?

  5. 5Banquo

    Lieber Herr Schoss,

    wenn Mademoiselle Naomi eine rücksichtslose Misanthropin wäre, die den Wert der Kunst deutlich über den eines einzelnen und unbedeutenden Menschenlebens setzt, würden Sie, Herr Schoss, uns endlose Liegeradtandemfahrten an Main und Nidda mit französischen Untertiteln ersparen.

    Plastinieren gab es leider schon
    Banquo

  6. 6textorama

    Das linke Glied lupfen… was man, werter Herr Schoss, alles im unterkoffeinierten Zustand so liest.

    Der etwas nervöse Zustand der feingliedrigen Rettering unseres klassischen Antihelden erklärt sich aus einem Phänomen genannt: Faszination am Schrecken.

    Könnte ich mir vorstellen.

    Ihr textorama

  7. 7Pater Braun

    Und ich lese im überkoffeinierten Zustand “Rettering” Herr textorama. War die Dame Ihrer Kenntnis nach Schiffskapitänin einer senegalesischen Jolle unter französischer Flagge und warf Boris instinktiv den Rettering zu ? Stoff für einen abendfüllenden Film.

    Ihr Pater Braun

  8. 8Erdge Schoss

    War es, werter Herr Benedetto, nicht Herr Einstein, der einst empfahl, die Dinge so einfach wie möglich zu machen, aber nicht einfacher?

    Ich, werter Herr Markus, bin schon jetzt gespannt wie ein Kantholz auf der Hobelbank.

    Pfeilgerade, werter Pater Braun, und frei nach den Worten des Jahrhundertredakteurs Schlämmer: Sind die Zähne erst mal raus, hat die Zunge freies Spiel

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  9. 9Erdge Schoss

    Das, liebe Frau von Schweden, weiß wahrscheinlich nur er.

    Ihre Teilnahme, werter Herr Banquo, wird nur von Ihrem Mitgefühl übertroffen. Für den von Hochwürden Braun angeregten Blockbuster ist angeblich noch die Position des Castingdirektors frei. Interesse?

    Zur Stabilisierung, werte Herren textorama und Braun, des allgemeinen Wohlbefindens sowie zur Sinnestäuschungsprophylaxe setze ich, wenn sie mir die Empfehlung gestatten, gern auf ein Spritzerchen fassgereiften Grappa, der nicht zwingend in schwarzes Gold eintauchen muss, aber selbstverständlich kann. Dessen unbenommen stimme ich ihnen rückhaltlos zu, sowohl als auch. Das kann ja was werden …

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  10. 10textorama

    Das darf, werte Herren Pater und Schoss, durchaus als eine gelungene Verbindung aus Rettung, Rettungsring, und Retterin betrachtet werden.

    In Ermangelung an Grappa einen doppelten Exzesso.
    Ihr textorama

  11. 11Pater Braun

    Da auch ich keinen Grappa zur Hand habe, hebe ich mein Glas 2011er Muschelkalkgesteinsriesling trocken und sage “Vollsein” !

    Ihr Vater..äähh Kater Pflaum..

  12. 12Erdge Schoss

    Exzesso, werter Herr textorama, klingt extrem verlockend. Mit k.o.-Tropfen?

    Vorzügliche Wahl, werter Kater Pflaum! Handelte es sich wie üblich um ein Glas, für das es andernorts einen kompletten Fanfarenzug braucht, um es in die Höhe zu stemmen?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  13. Die beiden mögen, Herr Schoss, ein Handtuch drunterlegen.

  14. 14textorama

    . . . !

  15. 15Pater Braun

    Sie machen Ihrem Namen alle Ehre, werter Herr textorama.

    Ihr Pater Braun

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