Boris sucht Frau (12 / Die senegalesische Prinzessin)

Einen endlosen Tag und eine genau so lange Nacht dämmerte Boris dahin. Fest verdengelt mit Schläuchen und aufgeklebten Sensoren, die alles maßen, was an einem Körper auf der Intensivstation zu messen ist.

Boris bekam davon höchstens die Hälfte mit und eigentlich nicht einmal das. Aber als er am folgenden Tag irgendwann zwischen Mittag und Nachmittag die Augen aufschlug, saß sie an seinem Bett. Die senegalesische Prinzessin.

Sie sah ihn schweigend an und Boris versuchte etwas zu sagen, bekam aber keinen Ton heraus. Was ein Glück für alle Beteiligten war, da Boris selbst in Gedanken komplett auf Vokale verzichtete. Doch darauf kam es nicht an, denn stumm sprachen seine Augen.

Was Boris’ Mutter weder ahnte noch wusste, als sie mit einer übergroßen Handtasche Einlass zur Intensivstation begehrte. Willens, den verlorenen Sohn mit der heilenden Kraft der gusseisernen Paellapfanne zurück ins Sein zu holen. Und wie versteinert durch die Glasscheibe in das Krankenzimmer starrte, wo eine überirdische Schönheit neben dem Bett ihres Sohnes saß, dem entrückten Blicks Sabberfäden aus den Mundwinkeln liefen.

14 Kommentare zu “Boris sucht Frau (12 / Die senegalesische Prinzessin)”


  1. 1Jesus Latschen

    Heilige Mutter Gottes! Was wird jetzt aus der Pfanne?

  2. 2Pater Braun

    Das Unheil nimmt seinen Lauf. Herr Schoss, wir alle wussten dass dieser Biene Maja Scheiss (man entschuldige mir dieses Wort) nicht alles gewesen sein kann.

    Ihr Pater Braun

  3. Ich halt’s nicht mehr aus, werter Herr Schoss! Wird nun fortgepflanzt oder draufgekloppt? Ich mag ja beides.

  4. 4Benedetto

    Herr Inishmore hat das sehr schön auf den Punkt gebracht.

  5. 5Silvia von Schweden

    Wird Boris’ Zunge wieder werden, Herr Schoss?

  6. 6textorama

    Bei all dem Gerede von verdengelten Schläuchen und Sensoren fürchtete ich schon Dutti sen. hätte mittels Telekolleg auf Hobby-Internist umgeschult.

    So eine Paellapfanne, werter Herr Schoss, gibt eine prima Mitgift ab.

    Ihr textorama

  7. 7anja

    hauptsache, lieber herr schoss, dutti sieht keinen prinzen. ansonsten habe ich gehört, sie lieber herr schoss, haben mich vermisst?

    herzlich
    anja

  8. 8Pater Braun

    Dutti, Dutti..ich dachte es geht hier um den sabbernden Boris ?

  9. 9Banquo

    Lieber Herr Schoss,

    ich kann mir nicht vorstellen, dass eine senegalesische Prinzessin so etwas wie Boris ihrer Erblinie antun möchte. Ich halte sie daher weiterhin für eine der Praxis zugewandte Schülerin des Gunther von Hagens.

    Ob Mutti mithilft?
    Banquo

  10. “Beidhändig einschenken mit der Gusseisernen” – das wäre mal ein Thema fürs Telekolleg!

  11. 11Erdge Schoss

    Zur Abwechslung, werter Herr Latschen, vielleicht irgendwas mit Essen?

    Sprechen Sie, werter Pater Braun, es doch aus: endlich gefickt werden soll!

    Ausgezeichnet, werter Herr Inishmore! Kommt wahrscheinlich darauf an, wer im Ringen um den Adonis mit der Strohhalmzunge die schlagkräftigeren Argumente hat.

    Was, werter Herr Benedetto, wäre Ihnen denn lieber: Kloppe oder ein zartes Pflänzlein, das sich Romantik schimpft?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  12. 12Erdge Schoss

    Das, liebe Frau von Schweden, ist noch fragwürdig. Fest steht nur, dass der behandelnde Mediziner schon viel Zungen sah, aber so eine nie zuvor.

    Dann, werter Herr textorama, stünde von der Klinik wahrscheinlich nur noch das Fundament.

    Vermisst, liebes Fräulein Anja, ist gar kein Ausdruck! Höllenqualen litt ich, Tag für Tag. Umso schöner Sie in dieser gotterbärmlichen Boutique wieder willkommen zu heißen. Dem unvergleichlichen Pater Braun darf ich übrigens beipflichten. Boris entstammt nicht dem Clan der Duttmaiers, sondern war bis vor Kurzem noch auf der anderen Seite der Straße Zuhause, wohlbehütet im Kreis seiner Eltern, vor allem seiner Mutter, die mit der bloßen Hand einem Ochsen das Genick brechen kann.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  13. 13Erdge Schoss

    Ich, werter Herr Banquo, will’s mal so sagen: Wo die Liebe hinfällt. Und, pfeilgerade: Außerdem gibt’s ja noch Muttern …

    Auf dem, werter Herr Markus, Sendeplatz des Deutschkollegs?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  14. 14anja

    dann ist ja gut, lieber herr schoss. ich trällere ein fröhliches willkommen zurück und frage mich, wie ich das nur verbuchteln konnte.

    herzlich und mit kleeblatt
    anja

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