Alle Register
Den Wechsel von den Privatkrediten in die Börsenabteilung hatte Elke sich anders vorgestellt.
Hier sprangen zwar die knackigsten Typen des Finanzhauses herum, durchtrainierte Boys in körperbetonten Anzügen, gegen die Lothar, ihr Ehemann und stadtbekannter Unternehmer, mit seinem mäßig kaschierten Wohlstandsbäuchlein nicht den Hauch einer Chance hatte. Was umgekehrt auch für Elke galt, die bei der haarlackpräparierten Fitnesstruppe der neuen Abteilung keinen Stich machte.
Dabei zog sie seit Wochen alle Register und trug Röcke, die selbst als Gürtel kaum durchgingen, ließ Halterlose durchschimmern und Stringtangas, die weniger wogen als ein Staubkorn im Wind. Doch die einzigen, die ihr tief in die Augen sahen, waren durch die Bank schwul und wollten von Liebeskummer erzählen.
Mehr und mehr wurde Elke bewusst, dass sie bestenfalls noch als MILF durchging, und das mit kaum mehr als vierzig Jahren und kinderlos. Aus Verzweiflung hatte sie sogar wieder Lothar beigewohnt, was wie üblich ein kurzes Vergnügen war, ihr aber immerhin für den Bruchteil von Sekunden das Gefühl gab, begehrt zu werden, bevor das Elend sie überwältigte.






An der Börse gehts doch hoch und runter, Herr Schoss. Morgen kann wieder alles anders sein. Als Mitglied der Moro Islamic Liberation Front, kurz MILF schwinden Ihre Chancen aber wie ein Eis in der Sonne.
Ihr Pater Braun
Noch mal 20 sein und alle Fehler wieder machen. Wäre das herrlich, Herr Schoss!
Lieber Herr Schoss,
“Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht…”. Ebenso wie für den Panther von Herrn Rilke scheint es auch für Elke kein Ausbrechen aus ihrem Käfig zu geben. Sie tippelt doch wohl nicht?
Ein Herz für MILFs
Banquo
hat elke es vielleicht schon mal mit kochen oder putzen versucht, lieber herr schoss? ficken ist schliesslich nicht alles.
Was für eine Verschwendung von Erfahrung und Talent. Wenn die gestriegelten Amöben von der Fitnesstruppe auch nur 5 Gramm Hirn hätten, würden sie sich von Elke zeigen lassen, wo der Hammer wirklich hängt.
ich empfehle frau elke ein fika latte fika – für alle fälle, lieber herr schoss.
herzlich
anja
scheisse erdge. tangas mit der string bisse nur der sitze vom der bus nich am saubermachen kriegen.
wer hat sich eigentlich dieses dämliche wort “beigewohnt” einfallen lassen, lieber herr schoss?
um ehrlich zu sein, denke ich dann immer ans
zusammenwohnen, aber nicht ans begatten.
herzlich
anja
Beiwohnen soll wohl den Akt mit allen, auch willkürlich ausgesuchten Personen beschreiben. Wobei begatten ganz eindeutig die innereheliche sexuelle Begegnung beschreibt.
Ich werfe mal das “Befremden” in die Diskussionsrunde.
Ihr Pater Braun
Morgen, morgen, nur nicht heute, werter Pater Braun, erzählen Sie das mal Elke.
Ich, liebe Frau von Schweden, bin dabei!
Noch schlimmer, werter Herr Banquo, wenn man im Gefängnis im Gedankengefängnis steckt, in das seinerzeit ein gewisser Herr Daum einem griechischen Arbeitsverweigerer zwang, der als MILF aber so was von überhaupt nicht durchgeht. Und was Elke anbelangt, sollte sie bei Gelegenheit mal zum Orthopäden wegen der ausgeleierten Knöchelbänder …
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Kochen und putzen, werter Herr Oliver, tut Elke nur vor Wut und die Platte. Und Küchenarbeitsplatten kennt sie angeblich nur vom … na, Sie wissen schon …
In separaten Vorführungen, werter Herr Benedetto, oder beim Abteilungs-Gangbang?
Ideal, liebes Fräulein Anja, und anschließend: Doppelkopf.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Heilandzack, werter Herr Busfahrer! In solch verwegener Garderobe karren Sie hysterische Ausflüglerinnen an die Mosel?
Um der Wahrheit, liebes Fräulein Anja, werter Pater Braun, die Ehre zu geben: es war der elsässische Revolutionär Vollrad Wollweber (*1754), der im Zuge dessen auch die Mitbeiwohnzentrale erfand, was ihn im April 1792 den Kopf kostete, als ein zum Henker bestellter Gatte einer seiner Konkubinen genug hatte von dem ständigen Gewohne.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
der herr wollweber hatte doch einen an der waffel, lieber herr schoss.
herzlich
anja
jetzt mal ehrlich, werter pater braun, kein ehemann sagt zu seiner ehefrau …”ich begatte dich jetzt, aber sowas von”
was sie alles so wissen …
herzlich
anja
Wer gebeichtet bekommt, hört so einiges.
Ihr Pater Braun
Bis zum April 1792, liebes Fräulein Anja, könnte das so hinkommen. Und, um Pater Braun einmal die Stange zu halten: Warum denn nicht?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
so würde es vielleicht auch gehen …
http://youtu.be/JN5Mqr6tRlw
Damals, liebes Fräulein Anja, in den Tagen vor dem Rolllator …
MILF? Ist das, werter Herr Schoss, so eine Art “notgeiler Restefick”? Am End? Ums mal deutlich zu sagen.
Ich bin so schlecht in Abkürzungen.
Ihr textorama
Na Sie machen mir mal wieder Hoffnung! Gopf.
Und was, Frl. Chnübler, heißt nun wieder Gopf? Ist das ein schweizer Pendant zu GRMPF! Oder HMPF?
Man lernt ja gern dazu.
IHr textorama
Sind wir, werter Herr textorama, wenn Sie mir die Frage gestatten, nicht alle ein wenig notgeil?
Sie, liebes Fräulein Chnübler, werden diesen Planeten noch illuminieren, wenn wir längst Asche sind!
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Entschuldigen Sie, werter Herr Schoss, wenn ich da mit Vehemenz widerspreche, aber nein. Wer nicht Herr über seine Hormone ist, der ist niemandes Herr. Oder sowas in der Art. Geil oder nicht. Lauwarm und nur halb dazwischen ist ohne Würde.
Ihr textorama
sie, lieber herr schoss, und es fällt mir schwer, dies in mein zartes köpfchen zu bekommen, sind notgeil?
herzlich
anja
Dem Glanz Ihrer Einlassung, werter Herr textorama, ergebe ich mich ohne Widerwehr. Gleichwohl gebe ich zu bedenken, dass gelegentliche Würdelosigkeit so unwillkommen nicht sein muss.
Wer, liebes Fräulein Anja, wenn nicht ich?
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Wie könnte ich dem widersprechen, werter Herr Schoss, spricht doch das geballte Leben aus Ihren Worten.
Ihr textorama