Arnos Zeh (10 / Augen zu: Lucia)

Wenn Lucia träumt, dann steht sie barfuß inmitten eines Bergamotte-Haines tief im italienischen Süden. Die Luft duftet nach Zitrone und das Meer ist nicht weit.

Sie hätte bis an ihr Lebensende dort bleiben können, einen Bauern heiraten und einen Stall von Kindern bekommen können, die früher oder später Schutzgeld an die ’Ndrangheta gezahlt hätten. Wie ihr Vater, bis ihm das Geld ausging und das letzte, was er sah, die Mündung einer abgesägten Schrotflinte war.

In Bologna, wo sie vergebens auf die Unterstützung von Verwandten hoffte, fiel sie dank ihrer üppigen Brüste bald auf, verdingte sich wenig später als Escort und begleitete schließlich den fettleibigen Unternehmer Lutz Macken auf eine Kreuzfahrt in die Karibik, bei der eine auf dem Oberdeck befindliche Pfütze Tiroler Nussöl Folgen hatte.

Weil Macken gut zahlte, blieb sie während dessen Genesung an seiner Seite, woran auch ein Rollstuhl-Malheur in der Toskana nichts änderte. Und sie blieb bis heute, weil Lutz, der mit Schlachtabfällen Millionen verdient, gut bezahlt. So ist das eben, denkt Lucia, und sprüht sich ein mit Parfüm, das nach Meer und Zitrone riecht.

10 Kommentare zu “Arnos Zeh (10 / Augen zu: Lucia)”


  1. 1Busfahrer

    scheisse erdge. mir der tannenbaum im der bus is auch nach zitrone am riechen. un der dicke titten sin am hinten liegen.

  2. 2der Inder

    Wolle Fleichwurst von Kuh kaufe?

  3. 3Benedetto

    Typisch. Der Alte muss die Kohle ranschaffen und sie zerstäubt sie.

  4. 4anja

    der senorita, lieber herr schoss, sollte man die zitronen, das meer und die bergamotte haine um die ohren klatschen.

    herzlich
    anja

  5. 5schneewittchen

    ich, lieber herr schoss, nehme das meer.

    herzlich
    schneewittchen

  6. 6Uebelhoehr

    Sehr geehrter Herr Schoss,

    eben vom Beisl heimkehrend,fällt mir ein,in dieser Fußballbundesligasaison gabs kein Tippspiel.!

    Herzlichst
    Ihr Uebelhoehr

  7. 7Banquo

    Lieber Herr Schoss,

    Meer und Zitrone, so lobe ich mir das Aroma eines guten Fischgerichts.

    Bitte ohne Nussöl
    Banquo

  8. 8textorama

    Realität, werter Herr Schoss, ist das was wir draus machen.

    Ihr textorama

  9. 9Erdge Schoss

    Um Himmelswillen, werter Herr Busfahrer! Haben Sie die Damen wieder restlos abgefüllt mit aufgesprittetem Zitronat?

    Ist, werter Herr Inder, Ihnen denn gar nichts heilig?

    So war’s, werter Herr Benedetto, und wird es immer sein.

    Heilandzack, liebes Fräulein Anja! Warum?

    Herzlich
    Ihr Schoss

  10. 10Erdge Schoss

    Dann, liebes Fräulein Wittchen, sind wir schon zwei.

    Das, werter Herr Doktor, ist mir unlängst auch aufgefallen. Zum Ballsportgipfel in Übersee könnte das was werden. Ich werde mal um eine Audienz beim Bundeskanzler der Herzen bitten.

    Nicht mal, werter Herr Banquo, ein Tröpfchen?

    Und, werter Herr textorama, da hat es Lucia doch vergleichsweise gut getroffen. Denn, wenngleich Lutz alles andere als ein ästhetischer Genuss zu sin scheint: die Kasse stimmt. Außerdem ist sie noch jung und hat (fast) das ganze Leben vor sich.

    Herzlich
    Ihr Schoss 


Hinterlasse einen Kommentar