Arnos Zeh (9 / Augen zu: Dr. Bodo Stammler-Seidenschnatz)

Wenn Bodo träumt, dann ist es nachmittags im Hochsommer und er ist alleine im Büro mit Elke, seiner Herrin und Vorgesetzten.

Die Luft flirrt. Er kniet vor ihrem Schreibtisch, zitiert aus der frisierten Bilanz und wirft scheue Blicke unter der Schreibtischplatte hinweg auf Elkes übereinandergeschlagene Beine. Das Blut pocht in seinen Schläfen und kocht fast über, sobald sie sich bewegt. Da! Ist der Saum ihres Kleides nicht ein paar Millimeter nach oben gerutscht? Trägt sie Halterlose oder Strapse? Nylon oder Latex?

Bodos Blick verschwimmt, die Brauen kapitulieren vor strömendem Schweiß. Speichelfäden, lang und glänzend, von den Lippen bis zum Parkett. “Herr Stammler-Seidenschnatz!”, teilt eine Stimme, scharf und verführerisch wie ein Samuraischwert mit Damengriff, die Stille wie ein Samuraischwert ein fallendes Seidentuch.

Hastig stammelt Bodo eine Entschuldigung und wünscht sich einmal, nur ein einziges Mal im Leben und endlich im richtigen Moment, die passende Metapher.

14 Kommentare zu “Arnos Zeh (9 / Augen zu: Dr. Bodo Stammler-Seidenschnatz)”


  1. 1Silvia von Schweden

    Von einem Samurai wie Bodo habe ich schon immer geträumt, Herr Schoss!

  2. 2anja

    kann man gegen die speichelfäden und den schweiß nicht irgendetwas machen, lieber herr schoss? nicht das das stöckelweib noch ausrutscht.

    herzlich
    anja

  3. 3Benedetto

    Es geht einfach nichts über ein erfülltes Arbeitsleben.

  4. So wie Bodo geht es mir oft, wenn ich an Arnos Zeh denke, werter Herr Schoss.

  5. 5schneewittchen

    wie wäre es eigentlich mal, lieber herr schoss, mit gar nichts?

    herzlich
    schneewittchen

  6. 6Banquo

    Lieber Herr Schoss,

    bei der Konfrontation mit Latexstrapsen auf weiblicher Haut bin ich auch immer sehr limitiert mit Metaphern.

    Animalische Grunzlaute gehen dafür sehr gut
    Banquo

  7. 7der Inder

    Wolle Unterhose kaufe?

  8. 8Busfahrer

    scheisse erdge. warse schoma mit der weiber aner mosel gewesen gefahn? da bisse keine metafa am brauchen haben.

  9. 9schneewittchen

    ich schlage vor, lieber herr schoss, ein stück apfelkuchen mit sahne unter den tisch zu reichen – vielleicht lenkt das ab.

    herzlich schneewittchen

  10. 10schneewittchen

    … ein klares wolle nein, lieber herr inder.

    herzlich
    schneewittchen

  11. 11Erdge Schoss

    Wegen, liebe Frau von Schweden, seines Heldenmuts oder des scharfen Schwerts?

    
Pflichtbewusst, liebes Fräulein Anja, wischte Bodo selbstverständlich auf. Mit dem Ärmel seines Sommerhemds.

    Eingedenk, werter Herr Benedetto, der angespannten Situation des Arbeitsmarkts sollte Bodo sich über alle Maßen glücklich schätzen. Was er garantiert tut.

    Womit, werter Herr Inishmore, bewiesen ist, dass es nicht nur die Hand Gottes gibt.

    Wäre das, liebes Fräulein Wittchen, nicht zu wenig?

    Herzlich
    Ihr Schoss

  12. 12Erdge Schoss

    Als, werter Herr Banquo, einer der letzten Titanen auf diesem Erdenrund steht Ihnen das auch zu. Funktioniert nach Mitternacht übrigens auch in Bars und Diskotheken.

    
Weder Bodo, werter Herr Inder, noch Elke. 


    Bei, werter Herr Busfahrer, nächster Gelegenheit werde ich dabei sein. Ehrenwort!

    Birgt das, liebes Fräulein Wittchen, nicht ungemein das Risiko des Kleckerns?

    Herzlich
    Ihr Schoss

  13. 13textorama

    Bodo tropft wie ein Kieslaster. Das ist, werter Herr Schoss, zwar eine relativ männliche Metapher, aber auch eine eine höchst abstoßende Vorstellung.

    Dem Mann muss geholfen werden.
    Ihr textorama

  14. 14Erdge Schoss

    Auch, werter Herr textorama, wenn es auf den ersten Blick etwas bizarr anmuten mag, scheint doch eben jene Szenerie Herrn Stammlers Traum vom Paradies sehr nahe zu kommen. Und zwar bis auf eine Armlänge, ungestreckt über den See aus Sabber.

    Herzlich
    Ihr Schoss

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