Archiv für die 'Boris' Welt' Kategorie

erdgeschossrechts: Ticker (April ‘12)

Die Geschäfte laufen gut, aber es könnte noch mehr brummen. Weswegen Fiedler das Kulturprogramm der Reinigung um ein neues Großereignis bereicherte. Im Wechsel mit Erotic Table Dancing gibt es ab sofort mittwochs mit Linda, Gina, Audette und Hildegard den Wet-T-Shirt-Nachmittag.

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Im fahlen Licht des Monitors erwog Cordt Brings nach Monaten der Arbeitslosigkeit einen neuerlichen Berufswechsel. Und das nicht unvorbereitet. Die arbeitsfreie Zeit nutzte er zur autodidaktischen Fachausbildung als Computerheckenschütze und bewarb sich gestern in einem Anfall von geistiger Umnachtung als Tschetnik bei der Bundeswehr.

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Während seines fiskalfußenden Exils jenseits des Ärmelkanals hat Montgolfier Moshammer eine Liaison begonnen. Seiner Bekanntschaft, einem strahlend schönen Nachteulchen namens Angela, eilt der Ruf voraus, im Vorfeld der geplanten und letztlich stornierten Tournee zum 50jährigen Bandbestehen anlässlich des inoffiziellen Tourvorbesprechungstermins in einem Londoner Luxushotel mit allen Mitgliedern der Rolling Stones intim gewesen zu sein, Brian Jones inklusive.

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Boris war nicht beim Frisör.

Der Rhythmus wo er mit muss

Viktor & Jaques: Der Rhythmus wo ich mit muss Am Wochenende wagte es Boris wieder. Er besuchte einen Tanzschuppen. Als die Musik begann, gab es kein Halten.

Bombengleich schlug der Beat bei ihm ein. Zuerst in den Ohren, dann im Bauch bis hinunter in die Knie und von dort aus in die Füße. Er sprang auf und ließ die Arme kreisen wie Windmühlen.

Zielstrebig rotierte auf die Mitte der Tanzfläche zu und quasieliptisch wieder weg, bis er schließlich in einer Ecke des Saals landete, wo er bis zum Ende der Veranstaltung die Wand antanzte.

Boris würde sofort von Zuhause ausziehen

Wenn er wüsste, wohin. Dabei ist es Zuhause eigentlich prima. Es gibt morgens Butterbrot, bevor er zur Arbeit geht. Und wenn er zurückkehrt, nutzt Mutter die Paellapfanne manchmal sogar für Essen.

Zudem werden die Hemden gewaschen und die Hosen gebügelt. Gedanken muss er sich auch keine machen um das, was er am nächsten Morgen anziehen soll. Die Gedanken macht sich Mutter. Und das seit fast 40 Jahren. Da gewöhnt man sich an einiges. Cordhosen mochte Boris beispielsweise anfangs nicht. Mittlerweile findet er sie ganz gut.

Letztlich ist es ja auch egal, denn es sieht ihn ja sowieso keiner. Jedenfalls nicht bewusst. Weder morgens noch spätnachmittags in der S-Bahn und auch tagsüber an seinem Arbeitsplatz im Pförtnerhäuschen der Tiefgarage eines Verwaltungsgebäudes.

Boris würde sofort von Zuhause ausziehen. Wenn er wüsste, wieso.

erdgeschossrechts: Ticker (März ‘12)

Auch zum nächsten Heimspiel der Mainhattaner Eintracht will Boris mit dem Liegerad radeln. Und vorher den Stadtplan studieren. Was er beim jüngsten Heimspiel nicht tat und sich unversehens auf einer steil ansteigenden Straße in Königstein (Taunus) wiederfand, auf der er kräfteseits rasant abbaute und der Rückwärtsbeschleunigung erst am Grill einer Edelkarosse Einhalt gebieten konnte. Mit dem Hinterkopf.

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Femke Hesselbachs Comeback als hessische Queen of Europop endete in einem Desaster. Ausnahmsweise lag es nicht an Femke, die beim Vollplayback wie üblich nicht sang, sondern an Arno von Hippenstaal, der auf der Resterampe einen angeblich DJ-tauglichen CD-Player erworben hatte, welcher sich bei genauerem Hinsehen als fronttauglicher Gaskocher aus russischen Armeebeständen herausstellte und Sekunden vor Beginn der Darbietung explodierte.

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Als Grand Dame des nordhessischen Ausdruckstanzes schrieb Bettina Riemenschneider sen. bis zu ihrem tragischen Tod Ausdruckstanzgeschichte. Geschichte, die Bettina Riemenschneider, die Jüngere, nun fortzuschreiben gedachte, dabei aber nicht übers Ausdruckstanzen hinaus kam im Büro.

erdgeschossrechts: Ticker (Februar ‘12)

Mit Urban Gardening auf seiner ehemals elenden Parzelle verdient sich Walter Serge derzeit dumm und dämlich. Auch und gerade, nachdem er 30 Zentimeter unter der Grasnarbe eine Lage Beton gießen ließ, was den Gartenwerkzeugverkauf ungemein stimulierte.

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Elvis’ Bügelboykott zeigte Wirkung. Widerwillig, aber letztlich doch, stutzte Horst sein wattig wallendes Brusthaar und trägt nun wieder akkurate Hemden, die er demonstrativ offen bis zum Bauchnabel lässt.

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Herr Schneck, adlergleich Sich adlergleich in die Lüfte zu erheben wie der unglaubliche Herr Schneck beabsichtigte auch Boris, übersah dabei jedoch, dass adlergleiches Abheben nicht einmal als Sonderdisziplin durchgeht beim Liegeradfahren. Was die Leitplanke am Fuß der Böschung genauso sah.

Hotel Mama

Zuhause schmeckt es immer noch am besten und keiner bügelt so schön Hemden wie Mutti. Im Land, wo die Zitronen blühen, ist das nicht ungewöhnlich für den gemeinen Latin Stubenhocker. Wohl aber, dass Eltern ihren 41jährigen Spross aus der eigenen Wohnung klagen.

So unlängst geschehen in Venedig, wo Mama und Papa mit dem Nerven am Ende waren, weil der Bub sich trotz ordentlichem Einkommen standhaft weigerte sein Jugendzimmer zu räumen. Mit zitternden Lippen und Schweiß auf der Stirn las Boris die Meldung und blickte anschließend nervös in den Spiegel.

Was er sah, war ein 38jähriger Lockenkopf mit wachen Augen, der vielleicht ein paar Kilo abnehmen könnte, aber eigentlich voll im Saft stand. Schließlich fuhr er gern und oft mit dem Liegerad und hatte auch sonst Spaß an Bewegung unter freiem Himmel. Spazieren im Taunus beispielsweise oder durchs Bahnhofsviertel, wo es statt Blättern, Moos und Kuckucksrufen Lichter und andere Sachen gab, die ihm auch ganz gut gefielen.

Als Portier einer städtischen Behörde macht Boris sich nicht kaputt und fast hätte es auch einmal geklappt mit einer Bekannten, hätte er nicht so draufgehauen. “Drei Jahre noch, dann bin ich reif”, dachte er, verkrampfte für einen Moment und freute sich dann umso mehr auf den nächsten Morgen, wenn Mutti wieder beim Aufstehen hilft