Archiv für die 'Candalaba vs. Moshammer' Kategorie

Was treibt eigentlich … Osama bin Laden?

“Welcher, Charles? Der grauhaarige mit der spitzen Nase von 2001 oder der dunkelhaarige mit der Knubbelnase ein paar Jahre später?”
“Wie? Der hatte einen Zwillingsbruder, der genauso hieß?”
“Einen? Mehrere. Und alle waren Chef von al-Quaida.”
“Der al-Quaida, deren Mitarbeiter mit in Saudi-Arabien ausgestellten Visa in die USA einreisten?”
“Pfeilgerade, weil die US-Botschaft in Djidda visatechnisch spiel hatte. Und wahrscheinlich noch hat.”
“Wie das denn?”
“Weil Djidda nicht Paris, Rom oder London ist.”
“Was ich bestätigen kann. Und sonst so in Vorarlberg?”
“Gut, Charles. Und die vorarlbergische Küche: lecker!”
“Lecker essen könnt ich auch mal wieder.”

Briefwechsel der Liebe (10)

Erdge Schoss, erdgeschossrechts: Briefwechsel der Liebe

darf ich Dich wissen lassen, dass ich unendlich glücklich bin, Dir mitteilen zu dürfen, dass ich noch immer von unserer Kurzreise gen Italien zu träumen wage.

Jene Reise, bei der wir den erwachenden Frühling auf Feldern und Wiesen rund um die ewige Stadt erleben durften, uns in Cafés und Bars der Kurzweil hingaben und zu all diesen Gelegenheiten Dein viertüriger Schrankkoffer unser steter Begleiter war. Wobei mir die vorzüglichste aller Aufgaben zukam, diesen, Deinen, unseren Begleiter über Hügel und durch Straßen und Gassen zu ziehen.

Auch wenn es schmerzte, ich tat es gern. Köstlicher Schmerz, denn ich tat es für dich, schmücktest Du doch nach jedem Garderobenwechsel noch hinreißender den Morgen, den Mittag, den Abend und die Nacht. Und all die Augenblicke dazwischen, wenn das Wetter umschlug oder umzuschlagen drohte, wenn Wolken versprachen und doch nicht hielten und die Sonne unentschlossen war.

Schon jetzt wage ich zu hoffen auf die nächste Reise. Dann nur Baden?

In ewiger Liebe
Dein Montgolfier

Briefwechsel der Liebe (9)

Erdge Schoss, erdgeschossrechts: Briefwechsel der Liebe

darf ich Dich wissen lassen, dass ich unendlich glücklich bin, Dir am Tag der Liebe mitteilen zu dürfen, dass ich eingedenk der alsbald erfolgreich bewältigten Privatinsolvenz eine folgenschwere Entscheidung getroffen habe: ich werde mich zur Papstwahl stellen.

Dass ich der katholischen Glaubensgemeinschaft nicht angehöre, empfinde ich weder als Makel noch als Nachteil, heißt es doch, dass Gott alle Kinder liebt. Da er mich bislang zudem nicht so sehr im Visier gehabt haben dürfte wie die derzeit gehandelten Kandidaten, dürfte mein Sündenregister auch nur einen Bruchteil dessen umfangen, was jene heiligen Herren bis zum heutigen Tag anhäuften.

Für mich spricht darüber hinaus, dass mir gleichgeschlechtliche Zudringlichkeit gegenüber schutzbefohlenen Minderjährigen völlig fremd ist, was ebenso für die Besetzungscouches im Vatikan gilt. Als sozusagen Unbefleckter müssten meine Aussichten auf den Posten demnach außerordentlich sein.

Stimmt es eigentlich, dass Gottes Stellvertreter auf Erden einzig und allein champagnerfarbene Unterwäsche trägt? Sollte das zutreffen, bitte ich dich vorauseilend, künftig bordeauxrote oder lilafarbene Dessous zu bevorzugen, um bei deinen Besuchen jedweder Verwechslungsgefahr vorzubeugen.

In ewiger Liebe
Dein Montgolfier

Briefwechsel der Liebe (8)

Erdge Schoss, erdgeschossrechts: Briefwechsel der Liebe

darf ich Dich wissen lassen, dass ich unendlich glücklich bin, Dir mitteilen zu dürfen, dass ich, wohlwissend um die Aussichtslosigkeit des Unterfangens, von Vorsätzen für das neue Jahr ablasse.

Erinnerst du dich, als ich mich während des Niederbrennens der Silvesterzigarette dazu entschloss, der Welt des Tabakgenusses ade zu sagen? Was in genau jenem Moment Geschichte war, als ich an der Glut eben dieser die nächste Zigarette entzündete.

Auch den Gaumenfreuden will und kann ich nicht entsagen, bereiten doch Foie Gras, Serviettenknödel und Bayrisch Creme sowie hin und wieder Pralinee sinnliche Hochzeiten, gegen welche selbst das Beiwohnen auf der Rückbank eines Cadillacs mitunter verblasst. Und war es nicht mein Vater selig, der in einer Sternennacht Worte wie aus Marzipan an den Himmel zauberte: „Ein Mann über 40 ohne Bauch ist ein Krüppel.“

Nun bin ich weit davon entfernt, dass Hüftgold meinen Gürtel sprengt, und wenn ich gelegentlich dem Cognac entsage, um mit Reben- und Hopfensäften schlankeren Volumens die Abende pastellfarben zu illuminieren, danken es mir die Knöpfe meiner mich nach wie vor trefflich kleidenden Garderobe am nächsten Morgen mit durumflorter Euphorie.

Und so will ich jedes verlorene oder dazu gewonnene Gramm dir widmen und unserer Passion. Heute, morgen und sowieso.

In ewiger Liebe
Dein Montgolfier

Morgen: Weltuntergang

“Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.”
“Wer sagt dann so was, Charles?”
“Der Luthers Martin.”
“Der Juniorchef von der Gärtnerei Luther? Der kann sein Apfelbäumchen selbst behalten. Was ich alles kaufen soll vor Weihnachten, das geht auf keine Kuhhaut.”
“Drei LKWs würden nicht langen für den Rotz. Alles Scheißdreck.”
“Und der größte Scheißdreck überhaupt: Geschenkpapier.”

The final Countdown: Noch 33 Tage bis zum Weltuntergang

“Als ob die nichts Besseres zu tun hätten …”
“Wer, Montgolfier, wer?”
“Die Durchgeknallten am und im Gaza-Streifen.”
“Dieses Bomberei und der Schießscheißdreck. Wann gibt es dort endlich Ruhe?”
“In knapp vier Wochen, Charles.”
“Wegen Weihnacht?”
“So ähnlich.”