Archiv für die 'Fiedler & Goncorek' Kategorie

erdgeschossrechts: Ticker Februar ‘13 (Was sonst noch geschah)

Erdge Schoss, erdgeschossrechts: Weiss.
Champagnerparty auf der anderen Straßenseite in Fiedler & Goncoreks Reinigung. Sondergratifikation fürs Personal obendrauf. Aus gutem Grund. Die Modefarbe für Frühling und Sommer: weiß.

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Um die Möbel für die neue Wohnung bezahlen zu können, verpfändete Arno von Hippenstaal die nächsten sechs Monatseinkommen an seinem Chef, den albanischen Geschäftemacher Lulëzim Shkëlzen. Hierzu hatte er einen in albanischer Sprache abgefassten Darlehensvertrag zu unterzeichnen, in dem die einzigen Ziffern das Datum waren.

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Sonne in der kasachischen Hitparade. Und zwar auf Platz 999 dank massiver Drohanrufe der gesamten Familie Roberts bei mehr als einem Dutzend Hörfunkstationen. Mutter Roberts soll sogar einen Moderator des Staatssenders Kazakh Radio angespuckt haben.

Ringos Gebrauchtwagen (4 / Vom Schicksal bespuckt)

Arno von Hippenstaal verstand die Welt nicht mehr. Aber er wagte nicht zu fragen, denn im neuen Job lief es wie am Schnürchen.

Er konnte tun und lassen, was er wollte. Am Ende fast jeden Verkaufsgesprächs stand eine Karre weniger auf dem Gelände von “Ringos Gebrauchtwagen”. Das entging Lulëzim Shkëlzen nicht, dem der Bums gehörte und der Arno von der Straße aufgelesen hatte, als dieser, vom Schicksal bespuckt, im Rinnstein lag.

Shkëlzen, der zuvorderst mit Trockenbauschaum reich wurde, darüber hinaus aber für jedes windige Geschäft zu haben war, hatte sofort von Hippenstaals Talent erkannt: Er wusste und verstand fast nichts und hielt sich trotzdem für ein Genie, das Kraft der Brillanz seiner Gedanken jedes Lebewesen des Universums überzeugen konnte. Und zwar egal, von was.

Mit rasend schnell vorgetragenen Wortketten schlug er solange auf seine Opfer ein, bis diese kapitulierten. Wobei von Hippenstaal nur Siege zur Kenntnis nahm und selbst Niederlagen für Triumphe hielt, deren Erfolg sich mit Verzögerung einstellt. Mit dieser Vorgehensweise gelang es ihm innerhalb einer Dekade, mehrere Geschäfte in den Ruin zu treiben und obendrein ein Millionenerbe zu atomisieren.

Hier aber nun, auf dem Gelände von “Ringos Gebrauchtwagen”, war er wie nie zuvor in seinem Element und zog Kunden nur so das Geld aus den Taschen. Weil er nicht mehr Form, sondern Funktion verkaufte. Bilder und Musik hatte er nie verstanden, Auto aber konnte er fahren. Und es war immer dasselbe: Vorn das Lenkrad, dann zwei Sitzreihen, und hinten war meistens der Kofferraum.

Den Rest erledigte Arno im verbalen Trommelfeuer, und schon flogen Portmonees wie weiße Fahnen in die Höh. Lulëzim Shkëlzen wusste das zu schätzen. Seit gestern Abend ist von Hippenstaal Geschäftsführer, ohne Grundgehalt zwar, aber mit Umsatzbeteiligung, abzüglich Miete für die Wohnung, die Shkëlzen Arno vermittelte. In Shkëlzens Appartementhaus, direkt neben der Reinigung von Fiedler & Goncorek.

Wer wird demnächst über die Klinge springen?

Nie zuvor forderte die sich ewiger Jugend verpflichtet fühlende Elke Körper (und Geist) wie zu dieser Fastnachtssaison. Aber immerhin: sie überlebte. Was nicht allen vergönnt war seit Eröffnung dieser Boutique im November 2006 …

Der Erste, der das erdgeschossrechts mit den Füßen voran verließ, war der alte Fleischermeister, der, kaum dass hier die Farbe trocken war, im Ladengeschäft gegenüber leblos am Stahlhaken hing. Wie er dort hin gelangte, ist bis heute nicht geklärt. Unbestritten jedoch, dass seine Witwe eine ordentliche Summe von der Versicherung einstrich und nach dem Erwerb eines Choppers mit dem Windhund Slavko Ebengleicher im Land der unbegrenzten Möglichkeiten untertauchte.

Kaum hatte man den Fleischermeister vom Haken genommen, verstarben an selber Stelle die Herren Cüneyd und Mustafa, die im Anschluss in der ehemaligen Fleischerei einen Dönergrill betrieben, bis beiden eine undichte Gasleitung zum Verhängnis wurde. Worauf der Laden nach kurzem Leerstand von den Kompagnons Fiedler & Goncorek bezogen wurde, die es zunächst mit einer Privatdetektei versuchten.

Eingedenk mehrwöchiger und nahezu uneingeschränkter Ereignislosigkeit entschlossen sie sich jedoch zur Komplettrenovierung der Geschäftsidee und sattelten nach einer Reihe von Zufällen spontan auf Reinigung um. Bis heute übrigens todesfallfrei.

erdgeschossrechts: Ticker Januar 13 (Was sonst noch geschah)

Enzo, der die Kasse in Fiedler & Goncoreks Reinigung bedient, kassiert auch im Winter im Silbertanga, trägt dazu aus Gesundheitsgründen aber einen schneeweißen Fellmantel aus Polarfuchsimitat.

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Mainhattans OB Peter F. behauptete, “ausdrücklich” Unterstützung und Mitarbeit zur Erarbeitung lokaler Lärmobergrenzen anzubieten: “Wir wollen mit den – nicht gegen die – Interessen der Menschen in Frankfurt und der Region den Flughafen entwickeln.” Zudem sei es “ein Fehler” gewesen, dass die hessische Landesregierung ihr Wort zum Nachtflugverbot gebrochen habe: “Dadurch wurde wahnsinnig viel Vertrauen in die Politik verspielt.”

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Nach zweiwöchiger Medikation ist Elke des Trippers verlustig gegangen und wieder willens. Die närrischen Tage sollen ihre werden. Die Voraussetzungen sind ideal, da der ihr angetraute Lothar zu Karneval Reißaus nimmt, um sich beim Après Ski in Sölden das wattige Brusthaar von russischen Konkubinen kraulen zu lassen.

erdgeschossrechts: Ticker (Oktober ‘12 / Was sonst noch geschah)

Fiedler & Goncorek haben sich als exklusiver Trikotheißmangelpartner bei Eintracht Mainhattan empfohlen und hierzu den kompletten Aufsichtsrat in die Reinigung eingeladen, wo Gina, Linda, Audette und Hildegard vom hauseigenen Erotic Tabledancing in zu heiß gewaschenen Leibchen der Fastmeisterequipe von ‘92 einen Bewerbungstanz vorführen sollen.

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Am Wochenende wäre Selma beim Rauchen vor der Tür fast erfroren. Henri fand sie im rechten Moment und holte sie mit gefühlvollen Streicheleinheiten seiner pfannengroßen Hände zurück ins Leben. Die zärtlichen Backpfeifen klatschten quer über den Hof bis zur Wohnung der Kümmelspalters, die bei offenem Fenster nichts hörten, sondern sich am Strom wärmten, der durch ihre Pudelmützen fuhr.

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Gute Nachrichten vom Mainhattaner Hauptgottesacker: Das Friedhofstaxi fährt im November und Dezember auch an den Wochenenden. Wie auch in den vergangenen Jahren weitet die Friedhofsverwaltung vom 31. Oktober bis 30. Dezember den Fahrdienst auf sieben Tage von 10 bis 17 Uhr aus. Am 24. und 31. Dezember rollt das Friedhofstaxi allerdings nur zwischen 10 und 15 Uhr, und steht, wenn nicht unterwegs, an der Trauerhalle.

erdgeschossrechts: Ticker (September ‘12 / Was sonst noch geschah)

Nachdem die albanischen Alleskönner Rezart und Shpend auch beim dritten Versuch durch die falsche Kellerwand brachen, erklärte Lulëzim Shkëlzen die Mission, in die Reinigung von Fiedler & Goncorek einzubrechen, für beendet. Anschließend schickte er seine Brüder unter die Dusche. Erstmals seit ihrer Ankunft im Mai 2012.

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Rund um die Uhr den Wasserhahn aufgedreht wird seit zwei Wochen in der Saunazone des Schbricz-Schbradcz, einem ehemaligen Kloster an der deutsch-polnischen Grenze, das derzeit als Filmstudio dient anlässlich einer revolutionären Neuinterpretation des Hitchcock-Klassikers “Psycho”, die ausschließlich aus der Duschsequenz besteht. Mit Vroni Vox als Voxy Vroni und Bobečz “Longski Dongski” Freischwinger als Mann ohne Messer.

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Duttmaier kann sich noch immer an nichts erinnern. Zwar weiß er wieder, wie Vollgas geht. Nachdem er bei Brackwetter in einem Kartoffelacker landete, will er aber auch davon nichts wissen und trägt derzeit sogar aufforderungsfrei den Müll raus.

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Die letzten, in meinem Keller verrostenden Altölcontainer bin ich jetzt los. Ein Bekannter, Inhaber einer florierenden Tankstelle, nahm sich der schwarzen Soße an und streckte damit seinen Dieselvorrat. Unters Super wollte er es nicht mischen, da es eh schon zur Hälfte aus E10 besteht.