Archiv für die 'Fiedler & Goncorek' Kategorie

Die Nacht des verlorenen Hütchenspiels (3)

Noch immer keine Spur von Rezart und Shpend.

Die Nacht des verlorenen Hütchenspiels (2)

Die letzte Maschine aus Tirana war gelandet. Von den Brüdern keine Spur. Mit dolchgleichen Augen starrte Lulëzim Shkëlzen die Anzeigentafel des Airports Mainhattan an, obwohl sie nichts dafür konnte.

Für Rezart und Shpend war es die erste Reise überhaupt. Bislang hatten sie in der albanischen Tundra nicht einmal die Grenze ihres Dorfs überschritten. Von der Hauptstadt hatten sie erstmals gehört, als der Ortsvorsteher, ein alter Bekannter Lulëzim Shkëlzens, der Shkëlzen lebenslang zu Dank verpflichtet war, ihnen vom Anruf ihres ältesten Bruders berichtete und der Aufforderung, sich sofort zum Flughafen von Tirana zu begeben.

Doch der Eselskarren war kein Taxi. Und so kamen sie langsamer voran als erhofft und standen im Platzregen auf einer Landstraße, eine halbe Eselskarrentagestour entfernt vom Flughafen, während Lulëzim Shkëlzens Blick die Anzeigentafel durchbohrte.

Die Nacht des verlorenen Hütchenspiels

Schweißgebadet schreckte er aus dem Schlaf, selbst tagsüber. Die Nacht des verlorenen Hütchenspiels ließ dem albanischen Trockenschaumzaren Lulëzim Shkëlzen keine Ruhe.

Die Nacht, in der er die Reinigung verlor und seine Mutter zurückgewann. Seine Mutter, die seit den Tagen bei Fiedler & Goncorek nicht mehr dieselbe war. Mit nichts war sie mehr zufrieden. Dabei hatte er ihr das einzige trockene Verlies im Souterrain seiner Villa herrichten lassen. Sogar mit Strom. Und einem Handlauf an der Kellertreppe, damit sie auf dem Weg zur Küche nicht stürzte.

Es musste etwas geschehen. Seine Brüder Rezart und Shpend waren bereits auf dem Weg von der albanischen Tundra in das Herz Hessens …

erdgeschossrechts: Ticker (April ‘12)

Die Geschäfte laufen gut, aber es könnte noch mehr brummen. Weswegen Fiedler das Kulturprogramm der Reinigung um ein neues Großereignis bereicherte. Im Wechsel mit Erotic Table Dancing gibt es ab sofort mittwochs mit Linda, Gina, Audette und Hildegard den Wet-T-Shirt-Nachmittag.

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Im fahlen Licht des Monitors erwog Cordt Brings nach Monaten der Arbeitslosigkeit einen neuerlichen Berufswechsel. Und das nicht unvorbereitet. Die arbeitsfreie Zeit nutzte er zur autodidaktischen Fachausbildung als Computerheckenschütze und bewarb sich gestern in einem Anfall von geistiger Umnachtung als Tschetnik bei der Bundeswehr.

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Während seines fiskalfußenden Exils jenseits des Ärmelkanals hat Montgolfier Moshammer eine Liaison begonnen. Seiner Bekanntschaft, einem strahlend schönen Nachteulchen namens Angela, eilt der Ruf voraus, im Vorfeld der geplanten und letztlich stornierten Tournee zum 50jährigen Bandbestehen anlässlich des inoffiziellen Tourvorbesprechungstermins in einem Londoner Luxushotel mit allen Mitgliedern der Rolling Stones intim gewesen zu sein, Brian Jones inklusive.

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Boris war nicht beim Frisör.

Augen zu: Goncorek

Wenn Goncorek träumt, läuft die Uhr rückwärts. Zurück in jene Zeit, in der in der Reinigung noch nicht eine Heißmangel aus Gusseisen stand, sondern nichts außer zwei Tischen und einem Aktenordner. Und auf dem Fenster stand geschrieben: “Fiedler & Goncorek. Ermittlungen jeglicher Art. Vorkasse.”

Es waren wilde Tage in Hasenkostümen und Anzügen aus Baumwoll-Polyester-Mix sowie eineinhalb Fällen, die niemals abgeschlossen wurden. Und auch nicht bezahlt. Nach ein paar Wochen war Schluss. Trotzdem ist Goncorek sich sicher in seinem Traum: da war mehr drin …

erdgeschossrechts: Ticker (August ‘11)

Seitdem das Tanzquartett vom Erotic Tabledancing auf der gusseisernen Heißmangel Dienstagnachmittags zum Highheel-Ironing im Schaufenster bügeln, brummt die Reinigung von Fiedler & Goncorek wieder wie verrückt. Im Sekundentakt geht die Türklingel. Vor der Tür spielen sich unglaubliche Szenen ab. Herren mit Waschkörben, Textiltapeten und demontierten Autositzen rangeln um die besten Plätze.

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Die Sommerfrische bei den Schwiegereltern in der Schweiz haben Sabine und Tassilo weitgehend gut überstanden, sieht man einmal ab von der Kalamität auf einer Alm, bei der Tassilos Alphorn Opfer einer Jagdgesellschaft sehschwacher Senioren wurde, die ihm glücklicherweise nur einen Streifschuss verpassten.

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Henri ist weitgehend wiederhergestellt und kocht wie zu besten Zeiten. Im Service will Selma ihn trotzdem nicht sehen wegen der unvermittelt einsetzenden cholerischen Attacken wie jüngst, als er zwei Suppenteller (Consommé Célestine) auf dem Tisch eines verliebten Paares zerschmetterte, alle Gläser austrank und die im Kühler stehende Flasche erst ansetzte und dann durchs geschlossene Fenster in den Hof beförderte.

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Boris wäre gern in Urlaub gefahren, darf aber nicht, weil Mutti es verbot.

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Arno von Hippenstaal ist Vater geworden, weiß davon aber noch nichts, weil er angeblich in einem Studio auf Ibiza ohne Telefon einen enorm aufwendigen Remix produzieren lässt, und zwar aus dem exakt einen Song umfassenden Eurodance-Repertoire Femkes, die ihm ein Mädchen oder einen Jungen schenkte, was sie bislang selbst nicht so genau weiß.